2011: Veranstaltungen des onomato e.V.

Ein Stein Zeit

Mittwoch, 12.01.2011  20 Uhr

Joseph Beuys in Achberg 1978 By Rainer Rappmann www.fiu-verlag.com (www.fiu-verlag.com) [GFDL (<a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html" class="external free" rel="nofollow">http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html</a>) or CC-BY-SA-3.0 (www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Johannes Stüttgen zum Zeit- und Geschichtsbegriff bei Joseph Beuys
moderiert von Frauke Tomczak

Eine zentrale Frage begleitet die Beuys-Rezeption von jeher: "Worin besteht - wenn überhaupt - der Zusammenhang zwischen seinen künstlerischen Arbeiten und seinen politischen Aktionen?" Sie ist entweder abgewiesen, gar nicht oder nur schematisch beantwortet worden. Johannes Stüttgen hat aus guten Gründen stets auf dem angesprochenen Zusammenhang beharrt. Er erläutert ihn, indem er dem Zeitbegriff von Beuys nachgeht, dem Unterschied zwischen "gegebener und gestalteter Zeit", der Zeit begriffen als plastischem Potential, das der Mensch sowohl mittels seiner Fähigkeit des Denkens als auch seiner Fähigkeit zur Imagination und nicht zuletzt durch sein politisches Handeln gestaltend ergreifen kann.

Was meinen die Beuysschen Begriffe "Überzeit", "Gegenbild", "Gegenraum"?

Stüttgen erschließt ihre Bedeutung gleichermaßen an Beispielen der sog. Kunstproduktion, an den Denkentwürfen und den kollektiven Großprojekten von Joseph Beuys.

LONG LIVE THE PEOPLE OF THE REVOLUTION

Freitag, 21.01.2011  20 Uhr

Filmstill: L.A. RollstuhlfahrtD 2010 , OmU, 116 Minuten, Farbe, DV mit Transfer auf DigiBeta

Buch & Regie: Jürgen Heiter
Dramaturgie: Helmut W. Banz Künstlerische Mitarbeit: Cony Theis Kamera: Jürgen Heiter, Ulrike Pfeiffer Musik: Rüdiger Carl, Raymond Pettibon Darsteller: Raymond Pettibon, Fernando Birri, Rüdiger Carl, Maurizio Gabilli, Benjamin Katz, Udo Kier, Anton von Lucke, Olaf Möller, Peter Penewskij, Otto E. Rössler, Marianne Rosenberg, Robin Thomas
Eine Co-Produktion von Heiter Film mit WDR-3sat,
Redaktion: Reinhard Wulf, gefördert durch die Hessischen Filmförderung

Filmvorführung in Anwesenheit des Regisseurs.

Was wäre, wenn man nicht dem Text weiteren Text hinzufügte, sondern der Wirklichkeit? Und was wäre weiter, wenn man der Wirklichkeit nicht Text hinzufügte, sondern Wirklichkeit? - Charles Peguy

Ein Film über die Utopie und was von ihr übrig bleibt, auf der Suche nach ihren Resten. Einige von ihnen werden allein Asche sein, andere Glut. Der Film ist heterogen konzipiert, als loses Gewebe, als Vielgestalt an Möglichkeiten: Der dramaturgische Verlauf folgt nicht der Idee Information an Information. Vielmehr geht es um einen dokumentarischen Raum, der sich für die Fiktion öffnet, hin zu einem Diskurs, einer Bewegung veränderungswärts.

Denn es gibt doch einen Unterschied zwischen dem Dokumentarischem und der Fiktion: Nämlich den, keinen Unterschied mehr zu machen. So ist der Film selbst so ein Stück: Utopie.
www.jürgen-heiter.de

Werkgespräch: Inken Boje

Freitag, 18.02.2011  20 Uhr

Inken Boje als John Bock

Ein Zwiegespräch mit sich und der Kunst: Inken Bojes Fotoprojekt "In guter Gesellschaft"
Die fotografische Werkgruppe umfasst bislang 40 Arbeiten. Ausgangspunkt ist jeweils ein konkretes Porträt einer Künstlerin bzw. eines Künstlers des 20. Jahrhunderts.

Peter Doig

Dienstag, 22.02.2011  20 Uhr

Lichtbildvortrag von Jens Stittgen
Peter Doig, geb. 1959 in Edinburgh, ist ein schottischer Maler und inzwischen Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Doigs Malerei verwendet eine aus dem Alltag und dessen Trivialmedien vertraute (gegenständliche) Bildwelt, die er mithilfe des Malprozesses einer spezifischen Verfremdung unterzieht. So entstehen Bilder deren Anmutung zwischen "Heimeligkeit" und Unheimlichkeit, Vertrautheit und Irritation changiert. Seit 2005 lebt Doig auf Trinidad. Der Vortrag gibt einen Überblick über das bisherige Werk.

Human Condition - Animations & Videos from The Netherlands

Samstag, 05.03.2011  20 Uhr

Efrat Zehavi (Israel/Rotterdam) stellt Animations- und Videokunst aus den Niederlanden vor:
Marcel Wesdorp: Computer Animation
Tomas Schats: drawing animations
Karin Arink: Flash drawing & text animation
Manon Bovenkerk: Stop-motion animation
Efrat Zehavi: Stop-motion clay Animation
Jan de Bruin: Videos
Cooking Apes - Ans Kanen & Efrat Zehavi: Videos - Performance
Jan van Nuenen: Computer Animation


Abschlusspräsentation des onomato Stipendiums

Samstag, 02.04.2011  20 Uhr
In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstlerverein zehn Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die innerhalb der vier Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir am 02.04.2011 ab 20 Uhr in den Räumen des onomato.

Beteiligte KünstlerInnen:

Kathrin Ahlt
Nadine Arbeiter
Damon Aval
Lilian Czolbe
Pablo Gonzalez
Eberhard Kranemann
Linda Kühhirt
Kevin Pawel Matweew
Thomas Neumann
Veronika Peddinghaus
Stefanie Pürschler
Felix Rösch
Liv Schwenk
Juergen Staack
André Yuen



Logo der Jüdischen Kulturtage in NRW 2011

Wir möchten Sie herzlich einladen zu insgesamt 10 Veranstaltungen, die der onomato künstlerverein im Rahmen der Jüdischen Kulturtage in NRW 2011 ausrichtet.

Die Jüdischen Kulturtage in NRW 2011 sind ein gemeinsames Projekt der beteiligten 52 Städte - von denen 25 Mitveranstalter sind -, der drei Landesverbände der Jüdischen Gemeinden in NRW, der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe, des NRW KULTURsekretariats Wuppertal und des Kultursekretariats NRW Gütersloh.

Vom 20. März bis zum 17. April 2011 finden mehr als 500 Veranstaltungen in den Bereichen Bildende Kunst/Ausstellungen, Film, Literatur, Musik und Tanz/Theater statt, einschließlich der vielfältigen Begegnungsprojekte aus den Jüdischen Gemeinden.

Nähere Informationen und das gesamte Programm der Jüdischen Kulturtage in NRW 2011 finden Sie auf der Webeite:
www.juedische-kulturtage-nrw.de

Ausstellung: Lyrical Correctness

24.03. - 30.04.2011
Veranstaltungsort: fiftyfifty Galerie Düsseldorf, Jägerstr. 15
Eröffnung der Ausstellung am 24.03. um 18 Uhr

 Die Ausstellung Lyrical Correctness zeigt fotografische und filmische Arbeiten, Zeichnungen und Objekte ausgewählter Künstler aus Israel und Düsseldorf (Adi Nes, Avraham Eilat, Dafna Shalom, Deganit Berest, Izik Badash, Joseph Dadoune, Micha Kirshner, Katharina Mayer, Stephan Pabst, Michael Strauss). Die Ausstellung entstand im Kontext des Austauschprojektes Düsseldorf - Ein Hod, das auf eine über zwanzigjährige Zusammenarbeit zwischen dem Kulturamt Düsseldorf und dem weltberühmten israelischen Künstlerdorf Ein Hod zurückblicken kann.

Die fiftyfifty Galerie in Düsseldorf wurde als Ausstellungsort gewählt, weil hier die Arbeit mit und für Obdachlose Hauptanliegen ist.

Die Ausstellung wird kuratiert von der Düsseldorfer Künstlerin Katharina Mayer. Die Künstler werden zur Eröffnung der Ausstellung anwesend sein.

Am 3. April können Sie im Kino im Filmmuseum "Black Box" Kurzfilme von fünf teilnehmenden Künstlern sehen.

Begleitend zu dieser Ausstellung erscheint im onomato verlag ein Schuber mit zehn signierten Künstlerbüchern der beteiligten Künstler (Edition RADIX).

Crossing Boundaries

Freitag, 25.03.2011  19 Uhr
Veranstaltungsort: Heine Haus, Bolkerstr. 53

 Vortrag und Podiumsdiskussion mit Prof. Micha Kirshner

Die Städtepartnerschaft zwischen Düsseldorf und Haifa/Israel wurde offiziell im Jahre 1988 besiegelt. Der Kulturaustausch war von Anbeginn eine der tragenden Säulen der Beziehungen. Das internationale Austauschprogramm mit dem Künstlerdorf Ein Hod gehört ebenso dazu wie die Kommunikation unter Universitäten und Kommunalverwaltungen.

Professor Micha Kirshner wird an diesem Abend über die Studieninhalte und Schwerpunkte der Nery Bloomfield School of Design in Haifa berichten.

Nach diesem Statement werden Professor Dr. Mischa Kuball (Medienhochschule in Köln), Professor Dr. Reiner Nachtwey (Fachhochschule Düsseldorf) mit den israelischen Künstlern Avraham Eilat, Dafna Shalom, Deganit Berest und Joseph Dadoune über Strukturen und Arbeitsbedingungen in der Kunstwelt diskutieren.

Adi Nes im Gespräch mit Avraham Eilat

Samstag, 26.03.2011  20 Uhr

 Adi Nes ist 1966 in Israel geboren und lebt in Tel Aviv. In seinen fotografischen Serien treten immer wieder Elemente der israelischen Identität hervor. Seine Bilder haben ihren Ursprung in der Mythologie und Kunstgeschichte, was sich besonders abzeichnet in den Serien: Soldiers, Boys, Prisoners und Biblical Stories.

Avraham Eilat lebt und arbeitet in Haifa und Tel Aviv. Er war der Begründer der ersten israelischen Photo Biennale. Die surrealen Elemente seiner künstlerischen Arbeit setzen sich in verschiedenen Medien wie Fotografie, Video, Malerei und Zeichnung durch.

Zu den Quellen einer Verantwortungsethik bei Hans Jonas. Erinnerung an einen jüdischen Philosophen aus Rheydt

Dienstag, 29.03.2011  20 Uhr

 Lesung, Vortrag und Gespräch mit Axel Grube

Ermutigt von einer poetischen Form der Philosophie bei Plato, erzählt Hans Jonas in "Der Gottesbegriff nach Auschwitz" in einem "selbsterdachten Mythos" von einem "werdenden Gott". Machtlos und ohne Ziel, aber begabt mit einem kosmogonischen Eros der Entwicklung ist das göttliche Sein der Verantwortung des Menschen überlassen. Er greift damit ältere Ideen der lurianischen Kabbala von der Kontraktion Gottes (Zimzum) auf und stellt die Verantwortung des Menschen so besonders heraus. Der Vortrag nimmt Bezug auf drei Reden von Jonas ("Wissenschaft als persönliches Erlebnis").

"Ich muss in die Weite, so weit es geht."
Karl Wolfskehl und Margarete Susman im Briefwechsel

Donnerstag, 31.03.2011  20 Uhr

 Vortrag von Professor Dr. Daniel Hoffmann, Lesung und Gespräch.

Der Briefwechsel zwischen dem Dichter Karl Wolfskehl und Margarete Susman, Philosophin und Dichterin, beginnt 1934. Wolfskehl befindet sich im Exil in Italien. Im Gespräch über seine jüdischen Gedichte "Die Stimme spricht" wird das Ringen um die Bewahrung des Geistes sichtbar. Im jüdischen Schicksal im Dritten Reich erkennen beide eine Chiffre für den Verrat Deutschlands am Geist.
Lesung ausgewählter Passagen aus dem Briefwechsel und dem lyrischen Werk der beiden, begleitet von einem literaturhistorischen Kommentar (Daniel Hoffmann). Anschließend Publikumsgespräch.

Kunstfilme im Kontext der Ausstellung "Lyrical Correctness"

Sonntag, 03.04.2011  20 Uhr, Eintritt: 6,50/4,50 Euro
Veranstaltungsort: Black Box - Kino im Filmmuseum

Im Rahmen der Ausstellung "Lyrical Correctness" werden an diesem Abend Kurzfilme von fünf teilnehmenden Künstlern gezeigt:
Avraham Eilat, Ein Hod/Haifa: Run, 1971, Don't disturb, 1972, Frames, 1972, Psychophysical Time, 2006 Dafna Shalom, Tel Aviv: The trilogy "Yamim Noraim" (Fearful Days), 2010
Joseph Dadoune, Tel Aviv: Dans le Desert. Projet artistique et social de Joseph Dadoune   Ofakim Itzik Badash, Tel Aviv: Klageweiber
Katharina Mayer: Heiliges Land betreten, 2010 (Uraufführung)
Anschließend Publikumsgespräch mit den Künstlern.

Walter Benjamins Interpretation des "Angelus Novus" von Paul Klee

Freitag, 08.04.2011  20 Uhr

 Lesung, Bildvortrag und Gespräch mit Dr. Marco A. Sorace und Axel Grube

Auf die tiefwurzelnde Verbindung des bekannten deutsch-jüdischen Denkers Walter Benjamin mit unterschiedlichen Formen der jüdischen Mystik hat nicht zuletzt dessen Freund Sholem mehrfach hingewiesen. Einige bedeutsame Aspekte des Benjamin'schen Mystikverständnisses spiegeln sich in der Interpretation eines Bildes von Paul Klee, "Angelus Novus", die Benjamin kurz vor seinem Tod im Jahre 1940 verfasst hat: "Über den Begriff der Geschichte". In der Veranstaltung soll der eigentümlich kabbalistisch-messianischen Bedeutung dieses Textes nachgegangen werden, indem wir sie mit dem Bildaufbau und dem Bildverständnis bei Paul Klee (insbes. in Bezug auf das Bild Angelus Novus, 1921) vergleichen. Das "Gespräch" zwischen Paul Klee und Walter Benjamin ist bemerkenswert, weil es zeigt, dass seit dieser Zeit ein Konsens etwa über die Bedeutung des Messianischen nicht zuerst sozusagen vom jeweiligen "Lehramt" gefunden wird, sondern in einer persönlichen und schöpferischen Auseinandersetzung einzelner. Insofern haben wir heute mehrheitlich - wie Nietzsche schon früh voraussagte - zu solchen Fragen einen artistischen Zugang.

Abraham aus islamischer Sicht. Ein Beitrag zur abrahamitischen Ökumene

Samstag, 09.04.2011  20 Uhr

 Vortrag von Dr. Hortense Reintjens-Anwari und Gespräch

Gewöhnlich werden Judentum, Christentum und Islam als "abrahamitische" Religionen bezeichnet, da sie darin übereinkommen, sich auf Abraham als Stammvater zu berufen. Solche Gemeinsamkeit liefert, so kann man sich denken, zwischen diesen Religionen den Ansatz eines Trialogs, der sich besonders hierzulande aus mehreren Gründen aktuell aufdrängt. Die Referentin beleuchtet diesbezüglich islamische (vor allem sufische) Perspektiven auf den Patriarchen, die in ihm "die Urverbindung, die Urreligion" eines jeden wahrhaft Gläubigen mit dem einzigeinen Gott verbürgt sehen. Für viele sicher überraschend, eröffnet sich in den von Dr. Reintjens-Anwari zitierten Texten aus Koran und Sufitum eine lange Tradition einer interreligiösen Annäherung von Juden, Christen und Muslimen als die eine Gemeinde im Haus des Abraham.

Halacha - Leben in Düsseldorf

05.-24.04.2011, Eintritt frei
Veranstaltungsort: Stadtmuseum Düsseldorf

 Eröffnung: 05.04.2011, 18 Uhr

2010 wurde unter Leitung der Künstlerin Katharina Mayer ein Projekt ins Leben gerufen, das das jüdische Leben in Düsseldorf fotografisch umsetzen möchte. Der Titel Halacha stammt aus dem Hebräischen und bedeutet: Wohin soll es gehen und wie soll es sein? Ein Wegweiser also, aber auch ein Wegbegleiter. Die Halacha umfasst die Gebote und Verbote der mündlichen und schriftlichen Überlieferung. Im Laufe ihrer Geschichte war sie stetem Wandel unterworfen. Diese Vielschichtigkeit kennzeichnet auch die thematischen Zugänge der ausgestellten Fotografien von Anselm Faust, Richard Isselhorst, Eva Lindner, Thomas Rüsenberg, Roland Schmeiss, Hubert Schober, Birgitta Thaysen, Armin Thiemer und Erika Wecker sowie Insook Ju und Sukyun Yang.
Die Ausstellung ist eine Kooperationsveranstaltung mit der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.

In der Reihe: Kafkas Bibliothek - Der Prager Kreis und die Frage nach dem freien Willen

Freitag, 15.04.2011  19:30 Uhr
Veranstaltungsort: Heinrich-Heine-Institut, Bilker Str. 12

 Vortrag und Gespräch von und mit Axel Grube und Dr. Marco Sorace

Auf verschiedene Art und Weise waren die Freunde des engeren Prager Kreises mit der alten Frage nach der Willensfreiheit des Menschen befasst. Felix Weltsch mit seinem frühen philosophischen Werk "Gnade und Freiheit", Max Brod mit vielen literarischen Bezügen zum "Problem Nummer Eins" - und Franz Kafka mit der hohen Kunst der Aporie.
In dem Vortrag und Gespräch wird die Frage, auch im Zusammenhang mit der Situation der jüdischen Literaten und Philosophen in Prag und Wien allgemein, dargestellt und erörtert.
"Wie die Entwicklung des Geistes, dieses Durchbrechen der Freiheit vor sich geht, hat Weltsch in wunderbarer Weise dargetan; seine Unterscheidung von tiefem und flachem Wollen, seine Lehre vom ladenden Willen, seine Polemik gegen die, welche sagen: "Ich kann nicht" (...) - diese Lehre von Felix Weltsch ist so erhaben tröstend, so zuversichtlich, so im besten edelsten Sinne jüdisch, daß jeder Auszug, den ich versuchen würde, ihre Wirkung herabsetzten müßte." (Hugo Bergmann: Gnade und Freiheit. Bemerkungen zum Buche Felix Weltschs. In: Der Jude, Jg. 6 (1921) Nr. 1, S. 69-71)

Filmreihe "Kindheit": "The Kid"

Mittwoch, 11.05.2011  20 Uhr - Eintritt frei

USA 1921, R.: Charles Chaplin, S.: Charles Chaplin, Jackie Coogan

Die onomato-Filmreihe 2011 zum Thema "Kindheit" könnte keinen schöneren Auftakt bieten als diesen Stummfilmklassiker des großen Chaplin. In seinem ersten Langfilm glückte Chaplin nicht nur der so anmutige Brückenschlag zwischen Slapstick, Poesie und Sentiment, er trägt auch - wie manch anderes Meisterwerk dieser Reihe - Spuren der eigenen Kindheit seines Autors. Chaplin ist mit dieser Geschichte eines ausgesetzten Babys, dessen sich der "Tramp" annimmt, ein bewegendes soziales Melodram gelungen, seine erste Synthese der Gegensätze, die späterhin charakteristisch für sein Gesamtwerk werden wird und die, wie er im Vorspann schreibt, für viel Lachen und "nur für eine Träne sorgt."

Die onomato-Filmreihe 2011 wird kuratiert und mit Einführungen versehen von Frauke Tomczak

Buttermilchprojektionen I: shooting from the waist

Freitag, 13.05.2011  ab 22 Uhr - Eintritt frei

Erdbeer-Bowle und Kurzfilme von
Avraham Eilat
Inken Boje
Enis Vardar

Filmreihe 2011 "Kindheit": "Fahrraddiebe"

Mittwoch, 08.06.2011  20 Uhr

Italien 1948, Regie: Vittorio de SicaItalien 1948, Regie: Vittorio de Sica

Vittorio de Sica zeigt uns ein Meisterwerk des italienischen Neorealismus: Bruno, der etwa achtjährige Sohn von Antonio Ricci begleitet seinen Vater bei der verzweifelten Suche nach dem Dieb, der ihm mit seinem Fahrrad das zentrale Produktionsmittel für eine der raren Arbeitsstellen im Nachkriegsitalien gestohlen hat. An diesem Fahrrad hängt das Wohl und Wehe der kleinen Familie Antonios. Ein Fahrrad wird auch zum Herzstück der moralischen Demontage des Vaters vor den Augen des Sohnes - einer Demontage, verursacht durch die Not der Verzweifelung, flankiert von einer nachfaschistischen Gesellschaft, in der das blanke Eigeninteresse triumphiert.

Die onomato-Filmreihe 2011 wird kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak

Faszination Wüste - Buchvorstellung: Frauen der Wüste

Donnerstag, 30.06.2011  20 Uhr - Eintritt frei

Florence Hervé und Thomas A. Schmidt haben Frauen porträtiert, die mit der Wüste zutiefst verbunden sind, durch ihr Leben und ihre Arbeit, durch ihre Kunst und ihre Abenteuer. Frauen, die in Oasen, in Wüstenortschaften oder in Flüchtlingslagern leben. Mit ihnen bereisen wir den Negev und die Namib, die Atacama und den Salar de Uyuni, die Mojave, die Sahara und die Gobi.

Filmreihe 2011 "Kindheit": "Sie küssten und sie schlugen ihn"

Dienstag, 12.07.2011  20 Uhr - Eintritt frei

Frankreich 1959, Regie: Francois Truffaut

Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak.

Dieser erste Langfilm Truffauts gilt als Auftakt der "Nouvelle Vague". Ausgerechnet ein Kindheitsdrama, genauer gesagt ein Drama der Nachkriegskindheit, steht am Anfang der rebellischen Bewegung des französischen Kinos, die fordert, authentische Geschichten authentisch zu erzählen. Truffaut erzählt die Geschichte des 12jährigen Antoine Doinel. Sie trägt autobiografische Züge. Wie ist es möglich, dass aus Antoines vergleichsweise kleinen Verfehlungen in der Schule eine Verkettung von Ereignissen entsteht, die zu seinem kompletten Ausschluss führt? Aus der Schule, aus der Familie, weg von seinem Freund. In der Art wie Truffaut diese Geschichte erzählt, wird die vielbeschworene Gewalt der Verhältnisse am Beispiel Antoine Doinel konkret.

Filmreihe 2011 "Kindheit": Zazie

Dienstag, 26.07.2011  20 Uhr

Frankreich 1960, Regie: Louis Malle

Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak.

Zazie schlägt aus dem Thema Kindheit das anarchische Feuerwerk tumultarischen Durcheinanders. Weil ihre Mutter ein Liebesabenteuer in Paris genießen will, gibt sie ihre 10jährige Tochter Zazie für ein Wochenende in die Obhut des wunderbar hilflos agierenden Onkels (Philippe Noiret). Die verwöhnte, "ungezogene" und freche Zazie bringt halb Paris außer Rand und Band. Unter Einsatz des gesammelten, sichtbar gemachten Arsenals filmtechnischer Tricks setzt Louis Malle eine verrückte Filmerzählung in Szene, die das Chaospotential der Kindheit verbindet mit zentralen Konflikten gesellschaftlichen Zusammenlebens. Eine Filmerzählung eigener Art, voll von Witz, irrealen Elementen und überraschenden Wendungen.

Evanna Ratner: digi-tales from Düsseldorf

Donnerstag, 04.08.2011  20 Uhr

 Die israelische Medien- und Dokumentarkünstlerin Evanna Ratner präsentiert digi-tales, die während während ihres Aufenthaltes als Gastkünstlerin der Stadt Düsseldorf in Zusammenarbeit mit Düsseldorfer KünstlerInnen entstanden sind. Ausführliche Informationen zum Medium "digital-storytelling" finden Sie auf den Seiten des Center for Digital Storytelling und im Blog von Johannes Klas.

Sommerfest und die Vorab-Besichtigung des onomato Buchladens

Samstag, 06.08.2011   ab 14 Uhr

Der neue "Halt" in Flingern: Zum Hören und Kaufen von Hörbüchern, Bestellen von Büchern, Gesprächen zur Literatur...

Die Vorab-Besichtigung mit Gucken, Grillen, Getränke, Gespräche.

Ein Schwerpunkt des Sortiments liegt bei Hörbüchern und Büchern des onomato Verlags, Künstler-Büchern des Radix Verlags, Büchern und Verlage der Kurt-Wolff-Stiftung für unabhängige Verlage, Kunst- und Kinderbüchern und einer Auswahl aus dem Anitquariat von Christoph Wilde.

In der onomato Buchhandlung wird man auch jedes andere Buch bestellen können - in der Regel abholbereit am nächsten Werktag.

Veranstaltungen zu Neuerscheinungen und Themen sind ein Hauptanliegen der Gruppe um Christian Consten. Bitte melden Sie sich per Mail an bei buchhandlung@onomato.de, wenn Sie zu Veranstaltungen und Sonderaktionen informiert werden wollen.

Filmreihe 2011 "Kindheit": Iwans Kindheit

Dienstag, 16.08.2011  20 Uhr

SU 1962, R: Andreij Tarkowskij S: Kolja Burljajew (Iwan)

Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak.

Der Film, der Andreij Tarkowskij den Weg zu seiner Weltkarriere öffnete, war ein Film über eine Kindheit, die keine war. Iwan, der zwölfjährige Junge mit den glasklaren Augen, riskiert im 2. Weltkrieg lieber als Späher an der russischen Front gegen die Nazis den Kopf, als in die Nullzone seiner verlorenen Kindheit heimzukehren - denn alle sind tot.

Die Bilder, in denen Tarkowskij diese verlorene "Kindheit" zwischen der Ausgesetztheit an der militärischen Front, den Kindheitserinnerungen, besonders an die Mutter, und der Ich-Werdung mitten in der Gewalt des Krieges erzählt, haben zugleich dem Kind Iwan und dem Filmemacher Tarkowskij ein unvergessenes Denkmal mitfühlenden Nachdenkens gesetzt: eine Kindheit in den Zeiten des Krieges ist keine Kindheit.

Werkgespräch: Gul Ramani

Mittwoch, 31.08.2011  20 Uhr

Eine Werkschau mit Dokumentarvideos und Animationen von Gul Ramani. Er zeigt eine neue interaktive Arbeit über den österreichischen Maler Johann Hauser (1926-99), der an einer psychischen Krankheit litt und ein ungewöhnliches grafisches Werk hinterlassen hat.

Gul Ramani, Meisterschüler von Nam June Paik, transportiert die bildnerische Welt der Art Brut, insbesondere das Werk Johann Hausers, in das heutige Internet-Zeitalter.

Filmreihe 2011 "Kindheit": Alice in den Städten

Mittwwoch, 07.09.2011  20 Uhr

D 1974, R: Wim Wenders, S: Rüdiger Vogler (Phil Winter), Yella Rottländer (Alice)

Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak.

Der Film ist ein klassisches "Road-Movie": zwei Verlorene, der Intellektuelle Phil Winter, der mit seiner Amerika-Reportage scheitert und das neunjährige Mädchen Alice, das von der Mutter bei dem Zufallsbekannten Phil zurück gelassen wird, sind zwangsläufig zusammen unterwegs von New York über Amsterdam, Wuppertal, bis ins Ruhrgebiet und weiter. Unterschiedlichste Wirklichkeiten prallen aufeinander. In ruhigen Bildern kombiniert Wenders die Reisegeschichte des ungleichen Gespanns mit kurzen Geschichten, die er über die Städte erzählt. Dieser Kombination und der sensiblen Ausgestaltung des Kindes wegen gilt "Alice in den Städten" vielen als schönster Film von Wim Wenders.

Andreas Gursky - "Larger than Life"

Mittwoch, 28.09.2011  20 Uhr

 Lichtbildvortrag von Jens Stittgen

Mit Bildern, die der natürliche Blick uns so nicht bietet, in scheinbarer technischer Makellosigkeit und seit den 90er Jahren computergestützt, übertrumpft Andreas Gursky das menschliche Auge und betört sein Publikum mit einer Bilderwelt, die antritt, alles einzulösen, was die Moderne je versprochen hat - ist das so?

Werkgespräch: Mithu Sanyal, Jean-Christophe Ammann, Myriam Thyes

Freitag, 07.10.2011   20 Uhr

Die im Verlag Wagenbach erschienene Studie "Vulva" von Mithu Sanyal über den historischen und kulturellen Bedeutungswandel des weiblichen Geschlechts steht im Mittelpunkt dieses Abends. Im Kunstkontext beschäftigen sich Myriam Thyes als bildende Künstlerin und Jean-Christophe Ammann als einflussreicher und umstrittener Kurator mit diesem Thema. Es erscheint eine Edition im onomato Verlag, Reihe RADIX, mit dem Titel "Global Vulva - eine Burleske" - eine Kooperation zwischen Mithu Sanyal und Myriam Thyes.

Begrüßung und Moderation: Katharina Mayer

Benefiz-Kunstverlosung für Ein Hod

Lose auch im onomato künstlerverein erhältlich

Das Künstlerdorf Ein Hod wurde 1953 von einer Gruppe um den Dadaisten Marcel Janco gegründet. Seit 25 Jahren besteht zwischen Ein Hod und Düsseldorf ein Künstleraustauschprogramm, das zu einer nachhaltigen Verbindung beider Orte auf persönlicher, künstlerischer und politischer Ebene geführt hat.

Bei den verheerenden Bränden im israelischen Karmel-Gebirge im vergangenen Dezember wurde Ein Hod schwer beschädigt. Für den Aufbau der zerstörten Gebäude findet am 9. Oktober um 16 Uhr eine Benefiz-Verlosung statt, für die Düsseldorfer KünstlerInnen Kunstwerke zur Verfügung gestellt haben.

Die Verlosung findet in den Räumen der Filmwerkstatt Düsseldorf und des BBK Kunstforums, Birkenstraße 47 statt, zur Einführung spricht Kulturdezernent Hans-Georg Lohe.

Es werden nur so viele Lose verkauft, wie Kunstwerke vorhanden sind, d.h.
Jedes Los gewinnt.

Die Lose gibt es zum Preis von 100 Euro

  • an der Konzertkasse Heinersdorff (montags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 15 Uhr), Heinrich-Heine-Allee 24, Telefon 32 91 91
  • im Kulturamt (montags bis freitags 8 bis 12 Uhr), Zollhof 13, Telefon 0211/89-98 468 oder 0211/89-96112
  • im onomato künstlerverein während der Bürozeiten montags und mittwochs 14-19 Uhr oder per Email an kontakt@onomato-verein.de.

Dies ist eine Initiative des BBK Kunstforums, des onomato künstlervereins und des Kulturamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf mit freundlicher Unterstützung der Filmwerkstatt Düsseldorf, gesponsort durch Jacques' Weindepot.

Beteiligte Künstler:
Wolfgang Adam, Hyun-Ju Ahn, Naomi Akimoto, Sandro Antal, Mirela Anura, Hanns Armborst, Mahssa Askari, Armin Baumgarten, Lambert Beckers, Milivoj Bijelic, Andreas Bischoff, Natali Böhrer, Inken Boje, Marlies Borse, Birgit Brebeck-Paul, Rene DeBrues, Irakli Bugianishvili, Hannelore Edith Busch, Sabine Clemens, Misch Da Leiden, Edda Dabringhausen, Brigitte Dams, Maria Anna Dewes, Karin Dörre, Jochen Duckwitz, Jörg Eberhard, Batia Eisenwasser-Jancourt, Bernd Engberding, Bärbel Esser, Stefan Ettlinger, Klaus Felser, Harald Feyen, Hermann Focke, Barbara Fockele, C.U. Frank, Christa Gather, Peter Giebel, Kim Gisoo, Dirk Gottfriedt, Stefanie Grebe, Armin Hartenstein, Maria Franziska von Hasselbach, Klaus Heckhoff, Barbara Herrmann, Barbara Herrmann, Klaus Hilsbecher, Hanne Horn, Mauga Houba-Hausherr, Setsuko Ikai, Andrea Isa, Ion Isaila, Halina Jaworski, Horst Jösch, Insook Ju, Ursula Kaechele, Ziva Kainer, Eckhard Kaiser, Gudrun Kamps, Gudrun Kemsa, Gesine Kikol, Maren Klemmer, Karl Heinz Kluitmann, Christa Kolling, Mariele Koschmieder, Markus Kottmann, Günter Krajewski, Irmgard Kramer, Gerda Kreuzer-Hemmers, Sabine Kroggel, Julia Kröpelin, Kirsten Krüger, Dieter Krüll, Lothar Krüll, Ubbo Kügler, Ella Kuhl, Hermann-Josef Kuhna, Sigrid Kuntz, Lena Kuntze, Andrea Küster, Maike Elsa Leibl, Cornelia Leitner, Felicitas Lensing-Hebben, Marianne Louise Leutschaft, Gabriele Liffers, Lothar Lindemann, Heide Lippel, Patrizia Lohmann, Andrea Lorenz, Anneliese Louven, Elisabeth Luchesi, Andreas Ludwig, Doris Mademann-Meise, Uta Majmudar, Hartmut Makowka, Matre, Max Maxelon, Katharina Mayer, Jürgen Mester, Tatjana Mihailova, Marie-Liane Moersch, Renate Mücher, Martina Müller-Blecher, Margarete Müller-Teschke, Irene de Navarro, Wilfried H. G. Neuse, Judith Nothnagel, Edith Oellers, Lothar Olschewski, Katharina Otte-Varolgil, Driss Ouadahi, Milan Pitlach, Marion Plücken, Roswitha Prahl, Sascha Prystawik, Stefanie Pürschler, Frauke Ratzke, Ulrike Redlich-Kocks, Ute Reeh, Thomas Reiring, Mario Reis, Melanie Richter, Roswitha Riebe-Beicht, Gisa Rosa, Johannes Rudel, Walter Rüth, Wolfgang Schäfer, Renate Scherra, Marion Schiffer, Martin Schilken, Peter Schmidt, Inge Schmitz-Laaf, Reni Scholz, Anke Schulte-Steinberg, Erika Anna Schumacher, Gudrun Schuster, Ulrike Siebel, Ingetraud D. Stein, Helga Stender, Annette Stöckler, Toni Stoffels, Masami Takeuchi, Birgitta Thaysen, Sabine Tusche, Roswitha Van der Zander, Brigitte van Laar, Axel Vater, Birgit Verbeek, Wolfgang Vetten, Helga von Berg-Harder, Christoph Wanner-Krause, Gabriele Weide, Helga Weidenmüller, Inge Welsch, Birgit Werres, Annette Wimmershoff, Annette Wirtz, Margot de Witt, Sukyun Yang u.a.

Filmreihe 2011 "Kindheit": Gloria

Mittwoch, 12.10.2011  20 Uhr

USA 1980, R: John Cassavetes, S: Gena Rowlands (Gloria Swenson), John Adames (Phil Dawn)

Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak.

John Cassavetes, der große Filmautor des Independent, des unabhängigen amerikanischen Kinos, erzählt die dramatische Geschichte eines 6jährigen Jungen auf der Flucht vor der Mafia. Seine Familie wurde komplett ausgelöscht. Das Kind bleibt nur deshalb verschont, weil sein Vater, Buchhalter der Mafia, ihn im letzten Moment wegschickt, um ihn und ein Buch mit den zentralen Daten mafiöser Geldströme zu retten. In den Wirren der Geschehnisse gerät der Junge namens Phil ausgerechnet an eine Frau (Gena Rowlands), die Kinder hasst und ihrerseits gerade dabei ist, sich aus dem Dunstkreis der Mafia zu verabschieden. Wie genau, authentisch und punktuell humorvoll Cassavetes die sperrige Notgemeinschaft Phil - Gloria, umgeben von einer ubiquitär erscheinenden mafiösen Gewalt entwickelt, lässt "Gloria" nicht in einer Camouflage des Genres "Gangsterfilm" aufgehen. Der Film erzählt von einer Kindheit im Krieg der Gegenwart.

Werkgespräch: Regina Plasswilm

Freitag, 04.11.2011  20 Uhr

plasswilm_buch

Regina Plaßwilm stellt ihre neue Forschungsarbeit zu Erinnerungspräsentationen zur Zwangsarbeit vor. Die Rekonstruktion der "Erinnerungen an Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg" versteht sich als ein innovativer Beitrag zu einer Oral History der Zeitgeschichte. Regina Plaßwilm führte über fünfzig biografisch-narrative Interviews mit Zeitzeugen in Belarus, Russland, Frankreich und den Niederlanden. In ihrer Studie vertritt sie die These, dass die Erinnerungen der überlebenden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im doppelten Sinne aufschlussreich und wichtig sind: Sie korrigieren offizielle Darstellungen durch Einbeziehung der Opferperspektive und ermöglichen darüber hinaus Rückschlüsse auf die gesellschaftlichen Konventionen und Tabus der öffentlichen Erinnerung, die sich bis in den Diskurs der Opfer eingeschlichen haben.

Vortrag: Lucio Fontana - Zerstörer des Tafelbilds?

Mittwoch, 09.11.2011  20 Uhr

jens_luciofontanaLichtbildvortrag von Jens Stittgen

Lucio Fontana (1899 - 1968) ist bekannt für seine durchschnittenen Leinwände. Auf welchem künstlerischen Weg er zu einer solchen radikalen Lösung kommt, was er damit meint und wie radikal sie wirklich ist, das versucht dieser Vortrag von Jens Stittgen aufzuzeigen.

Filmreihe 2011 "Kindheit": Fanny und Alexander

Mittwoch, 23.11.2011  20 Uhr

S 1982, R: Ingmar Bergman S: Bertil Guve (Alexander Ekdahl), Pernilla Allwin (Fanny Ekdahl)

Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak.

"Fanny und Alexander" ist auch durch das schockartige Wechselbad des Lebensgefühls von der sinnlichen, goßzügigen und phantasiereichen Lebensart im Hause Ekdahl zu der kargen und kalten Atmosphäre von Überwachen und Strafen im Domizil des neuen Stiefvaters, des puritanischen Bischof Vergerus eine ungewöhnliche Geschichte der Kindheit. Zu einem besonderen Vermächtnis Ingmar Bergmans wird sein letzter großartiger Kinofilm aber als ein ästhetisches Zeichen seines Lebenswerkes: Erst durch die Perspektive seiner Kindheit im alter Ego Alexander gelingt dem 64jährigen Bergman eine gelöste Transformation seiner großen, lebenslangen Thema: die Sehnsucht und der Wunsch nach sinnlicher, erfüllter Lebensfreude - eingespannt zwischen die Pole von Schuld, Unschuld und Sühne, Überwachen und Strafen, Aufbegehren und Kasteiung - bricht sich hier endgültig eine widerständige eigene Bahn. Bergmans letzter Film, sein Kindheitsfilm ist ein erfülltes, sinnliches und befreites Dokument einer ästhetischen Versöhnung!

Katalogpräsentation: Terry Buchholz und Markus Mussinghoff

Freitag, 25.11.2011  20 Uhr

Katalogumschlag

Terry Buchholz, Studium der Freien Malerei und Philosophie an der Hochschule der Künste, Berlin und Printmaking / Art of the Book am SUNY PURCHASE College, New York

Markus Mussinghoff, Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler von Prof. Erich Reusch

Anlässlich der Ausstellung "kein schöner Land in dieser Zeit" in der Domschatzkammer und der Karlskapelle im Dom zu Aachen, entstand ein 100-seitiger Wendekatalog.

Terry Buchholz zeigt Kontext-gebundene Interventionen, Objekte, Fotos, Video und Sound.

Markus Mussinghoff arbeitet in den Bereichen ortsbezogenen Skulpturen, Video-Performances und Fotografie.

Dr. Georg Minkenberg, Leiter der Domschatzkammer Aachen, ist anwesend.

Führung durch den Abend durch Dr. Frauke Tomczak.

Für Ausstellungsbesucher: Die Ausstellung läuft noch bis zum 11.Dezember 2011 / täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr

Werkgespräch: Gudrun Kemsa

Freitag, 09.12.2011  20 Uhr

Gudrun Kemsa: Fifth Avenue 03

Fotografie und bewegtes Bild sind in der künstlerischen Sprache von Gudrun Kemsa eng miteinander verwoben. Die Beschäftigung mit dem bewegten Bild und mit fotografischen Arbeiten verläuft häufig synchron. In ihren Arbeiten geschieht ein narratives, sequenzielles, serielles Sehen in Bewegungs- und Handlungsabläufen sowie ein Zusammenschluss von Bild und Ton. Das scheinbar mühelose Wechseln in das jeweils andere Medium und die synergetischen Resultate sind schon seit Anbeginn in ihren Arbeiten angelegt.

Gudrun Kemsa studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Karl Bobek und David Rabinowitch und ist seit 2001 Professorin für „Bewegte Bilder und Fotografie“ an der Hochschule Niederrhein in Krefeld.